Ritterausflug ins Elsass

Wieder mal war es soweit, das mit Spannung erwartete alljährliche Ritterweekend stand vor der Tür. Leider war es wieder nicht gelungen alle edlen Ritter für unser Weekend zu mobilisieren, aber immerhin waren es diesmal deren sechs.

Auf ging’s am Samstag in aller Frühe via Wettswil, dem Wohnort von Beni, zu unserem ersten Etapptenziel Stein im hintersten Aargau. Dort empfing uns Henne zu einem ausgedehnten Frühstück mit Pulverkaffee und Laugensandwiches. Von da ging’s durch Basel über die Grenze nach Frankreich, auf einer schnurgeraden Autobahn vorbei an Maisfeldern bis an unser Reiseziel Ribeauvillé. Inzwischen war es Mittag, wir alle schon richtiggehend am verhungern, deshalb nichts wie los zum nächsten Landgasthof. Gefunden haben wird den nach vielen engen und halsbrecherisch gefahrenen Kurven irgendwo oberhalb von Ribeauvillé. Der Koch wollte zwar grad zum Mittagschläfchen aber als er die sechs ausgehungerten Ritter sah hatte er dann doch Mittleid und ging nochmals zurück ans Werk… Er verstand sein Handwerk im übrigen ausgezeichnet, so dass wir uns gesättigt und zufrieden auf den Weg zurück nach Ribeauvillé machten. Alsdann war Bezug der Unterkunft an der Tagesordnung. Die Hotelzimmer liessen noch keine grosse Euphorie aufkommen, aber als wir die Nasszelle (stimmt das so Tomi?) mit Sauna, Whirlpool und Dampfbad sahen da wurde unsere Stimmung augenblicklich besser. Nun war der Sportsgeist der edlen Herren herausgefordert. Ziel waren die drei alten Burgruinen oberhalb des Dorfes. Sir Percival zeigte anfangs keine grosse Motivation den heissen, steilen und beschwerlichen Anstieg dorthin in Angriff zu nehmen, wurde aber letzten Endes für seine Mühen mit einem herrlichen Blick über die Landschaft des Elsass belohnt.Zurück im Hotel war Regeneration der geschundenen Körper angesagt. Nach wenigen Minuten sassen alle sechs Ritter im sprudelnden Whirlpool. Sir Perciaval war das scheinbar zuviel menschliche Nähe und er entstieg als erster dem Pool um sich auf der Liegefläche zu entspannen. Anschliessend vergnügten sich einige im Dampfbad oder in der Sauna während andere bereits dabei waren den Körper mit Kräftigungsübungen wieder in Form zu bringen. Das Doppel am Pingpong-Tisch bildete den krönenden Abschluss der sportlichen Aktivitäten. Derart geschlaucht und bereits hundemüde machten wir uns auf die Suche nach einer Gaststätte für das wohlverdiente abendliche Mahl. Die Wahl viel auf eine Restaurant mit einem grosszügigen Gartensitzplatz im Hinterhof. Ein Highlight war sicher die Bedienung, welche doch einigermassen Probleme bekundete sich die Bestellungen von sechs Personen richtig aufzuschreiben. Einige der edlen Ritter zogen sich nun in ihre Schlafgemächer zurück. Die übrigen genossen noch das Nachtleben von Ribeauvillé. Wir wurden vermutlich Zeugen eines Polterabends, jedenfalls wurden vier Herren nur mit Badehose, Schnorchel und Taucherbrille bekleidet in einem grossen mit Wasser gefüllten Becken nachts um zwölf durch die Strassen gezogen. Nach Mitternacht legten sich dann auch die hartgesottenen unserer Reisegesellschaft zur Ruhe. Tags darauf war erst mal ein ausgiebiges Frühstück angesagt. So gestärkt wurden Pläne für den Tagesablauf geschmiedet. Man einigte sich schliesslich darauf die Heimreise via Colmar anzutreten. Also nichts wie los ins Auto und ab nach Colmar. Dort angekommen gings erst mal in die nächste Gartenwirtschaft ein bisschen ausruhen. Dabei entdeckten wir kleine Boote die in den Kanälen auf und ab fuhren. Leider hatte es nur noch für Michi und Tomi Platz so dass die anderen am Ufer bleiben mussten. Nach geraumer Zeit kamen die Jungs mit glücklichem Gesichtsausdruck wieder zurück. Verstanden hatten sie während der ganzen fahrt zwar kein Wort aber scheinbar wars trotzdem ein Erlebnis. Noch schnell ein Mittagessen unterm Sonnenschirm mitten auf dem Dorfplatz in Colmar geniessen und zurück zum Auto. Tomi hatte schon das ganze Wochende Sehnsucht nach seinem Meerschweinchen und wollte jetzt entgültig nach Hause.Die Rückreise in die Schweiz verlief recht ereignislos, abgesehen vom obligaten Stop im MacDondalds und der dämlichen Frage des Zöllners “und ihr habt wirklich nichts eingekauft??”. Henne wurde kurz nach der Grenze wieder zuhause abgeladen und die übrigen machten sich auf den Weg nach Wettswil. Dort wurde bei einem Kaffee der sichtbare Teil von Benis Nachwuchs bestaunt. Tomi gab Chinami noch einen Schnellkurs in Pflanzenpflege und dann war unser Weekend definitiv zu Ende. Hat Spass gemacht und wir freuen uns alle auf das Jubiliäums-Weekend im nächsten Jahr…

27./28. August 2002

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *